Mit den Patienten werden suchtspezifische und persönliche Behandlungsziele erarbeitet. Bei langjähriger und früher Opiatabhängigkeit sind oftmals die sozialen und juristischen Folgen der Abhängigkeit zu einer eigenen Belastung angewachsen.
Dadurch ist die Veränderungsmotivation oft stark durch äußere Faktoren mitbestimmt und entsprechend erleben die Patienten oftmals innere Zweifel und Krisen mit den eigenen Abstinenzvorstellungen. Um diese wechselhaften Verläufe auch vorbeugend aufzugreifen, sind Umgang mit Abbruch und Rückfallphantasien, „Suchtdruck“, sowie süchtige und kriminelle Verhaltensmuster, die zu einer Rückfallgefährdung führen können, ständiges Thema in den Einzeltherapien und Gruppenangeboten.
Für Personen ab dem 18. Lebensjahr mit Cannabis, Partydrogen, Alkohol und Mischkonsum bieten wir ein Angebot an, das deren Besonderheiten gerecht wird. Wir klären in einem Vorgespräch die persönlichen Voraussetzungen ab und prüfen, wie die besonderen Zielsetzungen erreicht werden können.
Zentrale Themen sind u.a. Konflikte im unmittelbaren sozialen Umfeld, Entwicklung einer tragfähigen beruflichen und generellen Zukunftsperspektive, Abgrenzung von konsumierenden Freundeskreisen und eine gesunde Freizeitgestaltung.
In der Behandlung werden die vorhandenen Stärken dieser Patienten und der Einbezug von Angehörigen berücksichtigt, besonders wenn die Rückkehr an den Heimatort geplant wird.
Immer häufiger entsteht bei unseren Patienten bereits in frühen Jahren ein Mischkonsum verschiedener Substanzklassen.
Was die Abhängigkeitserkrankung oftmals hinsichtlich ihrer Behandlung noch komplexer werden lässt, da eine Vielzahl von Verhaltensmustern und Problemstellungen durch Konsumverhalten kompensiert wurde und die Verfügbarkeit der Konsummittel im Alltag größer ist.
Zudem führen insbesondere neuartige synthetische Suchtmittel und der Mischkonsum als solches häufig zu gravierenden körperlichen und psychischen Folgeschädigungen.
In der Behandlung legen wir besonders großen Wert darauf, aus der Vielzahl der Belastungsfaktoren möglichst konkrete, individuelle Ziele zu entwickeln, die gezielt an den Ursachen und aufrechterhaltenden Bedingungen ansetzen.
Um im geschützten Rahmen Selbstwirksamkeit zu erfahren und daraus die Motivation für ein langfristig abstinentes Leben zu entwickeln.
Neben der Hauptdiagnose der Drogenabhängigkeit bestehen zum Teil besondere Probleme mit Kontrollverlusten bei Glücksspielen oder in der Mediennutzung, die viele negative körperliche, psychische oder soziale Folgen verursachen.
Hier werden die Besonderheiten und Risiken in der Einzeltherapie und in thematischen Gruppeneinheiten vertieft und eigene Maßnahmen und Ziele mit Ihnen abgesprochen. Es werden z.B. Maßnahmen zur Verhaltensregulation, zum Geldmanagement und zur Schuldenregulierung oder Vereinbarungen zum Aufbau von funktionaler Mediennutzung (Ampelmodell), zur Accountlöschung oder zum Zeitmanagement festgelegt. In der persönlichen Verhaltensanalyse werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit der substanzbezogenen Abhängigkeit erarbeitet.
Patienten mit AD(H)S haben meist schon in den Schuljahren einen Mangel an Aufmerksamkeit und Ausdauer, eine sprunghafte Tendenz und oft eine überschießende Unruhe und Aktivität. Die Leitsymptome sind auch im Erwachsenenalter manchmal noch auffällig. Weitere Komplikationen sind niedriges Selbstwertgefühl, hohe Stimmungslabilität und Gefühle der inneren Leere.
Die Patienten brauchen zunächst Hilfestellungen für ein geeignetes Stressmanagement mit einfachen Möglichkeiten der Aufmerksamkeitslenkung und Impulskontrolle. Im weiteren Verlauf werden die Wechselwirkungen der AD(H)S-Symptomatik und der Abhängigkeit ausgewertet und produktive Kompetenzen der Konzentrationsfähigkeit, der Entspannungsfähigkeiten, der Affektkontrolle, der kognitiven Alltagsstrukturierung und der aktiven Sport- und Freizeitgestaltung aufgebaut.
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